Europäisches Datenportal

Open-Data-Strategien oft nicht abgestimmt

| Autor: Manfred Klein

Die aktuelle Version des Europäischen Datenportals ist eine Beta-Version. Was waren die größten Herausforderungen bei der Realisierung?

Flügge: Die größte Herausforderung bei der Umsetzung war die Vielzahl an heterogenen Quellen in den europäischen Ländern, die angezapft werden mussten. Diese Datenquellen haben teilweise sehr unterschiedliche Datenmodelle, die wir intern auf ein einheitliches Modell abbilden. Eine weitere Herausforderung ist die Mehrsprachigkeit der Metadaten. Eine manuelle Übersetzung ist bei einer derart hohen Zahl an Datensätzen nicht möglich.

Wir nutzen daher den „Machine Translation Service“ der EU-Kommission für eine automatisierte Übersetzung der Metadaten in Deutsch, Englisch und Französisch. Sowohl die Geschwindigkeit als auch die Qualität der Ergebnisse sind aber noch – sagen wir mal – verbesserungswürdig. Insbesondere, da es Ziel ist, in weiteren Versionen des Portals in alle 24 offiziellen EU-Sprachen zu übersetzen.

Bietet das Portal technologische Innovationen gegenüber bereits etablierten Portalen oder handelt es sich letzt- endlich um „Yet-another“- Open-Data-Portal?

Flügge: Vom grundsätzlichen Aufbau orientiert sich das Portal an bereits erprobten Portalen. Wir haben aber eine ganze Reihe von innovativen Features entwickelt: Für das „Harvesting“, also das „Ernten“ von Metadaten aus anderen nationalen Portalen und Datentöpfen, haben wir eine komfortable Lösung entwickelt, die sich ohne große Programmierkenntnisse erweitern und an neue Datenquellen anpassen lässt.

Dann haben wir einen „Lizenz-Assistenten“ entwickelt, der sowohl Datennutzer als auch Datenbereitsteller bei der Interpretation und Auswahl geeigneter Datenlizenzen unterstützt. Ziel ist es, diesen Assistenten mit mehr „Intelligenz“ auszustatten, damit prinzipiell beliebige Lizenzen und deren Kombinierbarkeit automatisiert analysiert werden können.

Eine weitere nützliche Funktion: Die Metadaten des Portals werden als Linked Data bereitgestellt und sind damit gut auswertbar und integrierbar. Das ist zugegebenermaßen eher etwas für Profis – aber auch hier haben wir Assistenz-Funktionen entwickelt. Ebenfalls interessant: Die Qualität der Metadaten auf dem Portal wird kontinuierlich überprüft, und die öffentlichen Stellen in den europäischen Ländern erhalten regelmäßig automatisiert visuelle Feedback-Reports.

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Dass die Open Data Strategien nicht abgestimmt sind, ist leider Realität. Aber nicht nur im...  lesen
posted am 16.01.2016 um 07:52 von Unregistriert

Das Europäische Datenportal sieht sich als Aggregator von Metadaten der öffentlichen Hand im...  lesen
posted am 15.01.2016 um 20:58 von Unregistriert

The version 1.0 of the portal will be released as Open Source  lesen
posted am 15.01.2016 um 11:13 von Unregistriert

In der Gruppe Open Data in Facebook wurde Unmut geäußert, dass die abgelegten Daten nur schwierig...  lesen
posted am 14.01.2016 um 13:38 von woksoll

Open data, so why havent you released the code as open source?  lesen
posted am 12.01.2016 um 18:52 von Unregistriert


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