Experten blicken für eGovernment Computing in die Zukunft

Open Data krempelt eGovernment um

03.02.2011 | Redakteur: Manfred Klein

Die Bürger verlangen den Umbau von eGovernment
Die Bürger verlangen den Umbau von eGovernment

Im aktuellen eGovernment-Ranking der EU-Kommission konnte sich Deutschland besser als in den vergangenen Jahren positionieren. Doch ist die Entwicklung damit noch längst nicht zu Ende, wie nicht nur die Pannen beim neuen Personalausweis und die Auseinandersetzung um das Gesetzgebungsverfahren zur De-Mail zeigen. Damit stellt sich also die Frage, wie es weitergehen wird? eGovernment Computing hat Experten nach ihrer Meinung gefragt.

Neben den bereits genannten Verfahren werden nicht nur in diesem, sondern auch in den kommenden Jahren die Themen Open Data und Open Government besonders im Mittelpunkt des Interesses stehen. Dies liegt nicht nur daran, dass beide Schwerpunktthemen des Regierungsprogramms der Bundesregierung „Vernetzte und transparente Verwaltung“ sind, auch international gewinnen solche Vorhaben immer mehr Gewicht. Inzwischen setzen sich auch Bundesländer (S. 8) aktiv mit der Materie auseinander.

So kommt Prof. Jörn von Lucke vom Deutsche Telekom Institute for Connected Cities der Zeppelin Universität in seinem TICC-Gutachten (Telekom Institute for Connected Cities) zu folgendem Schluss: „Der Staat kann den Bürgern wesentlich mehr vorhandene Daten als bisher zur Verfügung stellen und sollte dies – unter bestimmten Voraussetzungen – auch tun.“

Das wiederum wird weitreichende Folgen für Bürger, Städte und Kommunen haben. „Wir beschäftigen uns im Gutachten damit, wie vorhandene Datenbestände von Staat und Verwaltung, die weder Datenschutz noch Amtsgeheimnissen unterliegen, im Internet frei zugänglich gemacht werden können“, erörtert Prof. Jörn von Lucke den Schwerpunkt der Untersuchung und kommt zu folgendem Schluss: „Im Zeitalter von Open Data reicht es nicht aus, Daten einfach online zu stellen. Vielmehr sollte abgewogen werden, ob und wie sich Datenbestände offen publizieren lassen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Fragestellung, wie dieses Potenzial in Kommunen für Politik, Verwaltung und Bürger genutzt werden kann.“

Doch was hat man unter Open Date eigentlich zu verstehen? Jörn von Lucke definiert den Begriff so: „Open Data sind sämtliche Datenbestände, die im Interesse der Allgemeinheit der Gesellschaft ohne jedwede Einschränkung zur freien Nutzung, zur Weiterverbreitung und zur freien Weiterverwendung frei zugänglich gemacht werden.“

Folgt man dieser Definition, so verfügt die Verwaltungen in Deutschland über große Mengen an Daten, die im Sinne der Open-Data-Bewegung zugänglich gemacht werden könnten. Eine Veröffentlichung widerspräche weder Datenschutzerwägungen noch Geheimnisvorbehalte. Im Mittelpunkt solcher Überlegungen stehen derzeit vor allem Statistiken, Geodaten, Karten, Pläne, Umwelt- und Wetterdaten. Hinzu kommen Materialien der Parlamente, Ministerien und Behörden.

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