Sächsische Informatik Dienste testen virtuelle Server

Lohnt sich die Cloud für die Öffentliche Verwaltung?

| Redakteur: Gerald Viola

(Quelle: frank peters - Fotolia.com)

Wie profitieren öffentliche Institutionen vom Trend Cloud Computing? Der Staats­betrieb Sächsische Informatik Dienste wollte dies herausfinden und testete virtuelle Server-Strukturen auf ihre Praxistauglichkeit. Sie erfüllten nicht nur die technischen Anforderungen, sondern sorgten auch für höhere Effizienz.

Der Staatsbetrieb Sächsische Informatik Dienste (SID) ist der zentrale IT-Dienstleister für die Behörden und Ressorts des Freistaates Sachsen. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem Entwicklung, Einführung, Betrieb und Pflege von IT‑Verfahren sowie das Planen, Betreiben und Warten der IT-Infrastruktur für die öffentlichen Dienststellen und Verwaltungsorgane des Bundeslandes.

In den letzten Jahren tauschen die Behörden immer häufiger Informationen untereinander aus oder greifen auf gemeinsame Datenbanken und Anwendungen zu. So gibt es e­ine deutliche Tendenz zu ressort­übergreifenden Diensten und Plattformen.

Virtualisierung nutzt K­apazitäten besser aus

Um dafür eine effiziente Infrastruktur einzuführen, wollte der SID virtuelle Serverstrukturen für Cloud-Services testen. Diese Technologie ist darauf ausgerichtet, dass Nutzer von verschiedenen Orten aus auf zentrale Anwendungen und Serverleistungen zugreifen. Die Virtualisierung nutzt dabei die vorhandenen Kapazitäten besser aus, da nicht mehr eine Anwendung auf einer spezifischen Hardware, sondern auf vielen Servern verteilt läuft.

Durch diese Lastenteilung lassen sich die vorhandenen Ressourcen besser nutzen, da sowohl die Überlastung einzelner Server als auch die Unterforderung der meisten anderen vermieden wird. Damit kann die IT den bestehenden Bedarf mit weniger Hardware erfüllen und die Wirtschaftlichkeit deutlich erhöhen.

Zudem vereinfacht sich durch übergreifende Virtualisierungssysteme die Administration. So lassen sich zentral per Mausklick Anwendungen und Serverkapazitäten bei Bedarf aktivieren oder deaktivieren. Entsprechend können die IT-Abteilungen für eine deutlich schnellere Bereitstellung sorgen und kommen gleichzeitig mit weniger Mitarbeitern aus.

Dieser Effekt ist nicht nur aus der Kostenperspektive zu sehen, sondern auch aus Sicht des immer größer werdenden Fachkräftemangels.

Die Wolke auf dem Prüfstand

Um die Praxistauglichkeit der Cloud-Dienste zu testen, führte der SID zwei Proofs of Concept mit unterschiedlichen Lösungen durch. Ziel war es, erste praktische Erfahrungen mit marktgängigen Produkten sammeln. Während der erste Ansatz die grundsätzliche Fähigkeit von Cloud Services zeigen sollte, Teile der IT-Services an die Endkunden per Self Service auszulagern und individuell abzurechnen, verfolgte der zweite eine erweiterte Zielsetzung. Neben der Bestätigung der Resultate aus dem ersten Test mit Produkten anderer Marktteilnehmer sollte er auch

  • die Nutzungsfähigkeit mit mobilen Endgeräten,
  • die workflowbasierende Mandantenfähigkeit,
  • eine automatische Begrenzung der Service-Laufzeiten sowie
  • die Einhaltung von Sicherheitsrichtlinien (Abschottung der Mandanten, eingeschränkte Admin-Rechte)

demonstrieren.

Laut Aussage des SID, sollte damit gezeigt werden, dass nicht nur der Betreiber, sondern auch die Nutzer der Plattform die Cloud Services provisionieren können. Dies sollte sowohl mit verschiedenen festen Größen für die Dienste als auch mit maximalen Obergrenzen bei flexibler Leistungsabrechnung und -bereitstellung möglich sein.

Dazu wurden als Serverkomponente das Cisco Unified Computing System (UCS), für die Netzwerkverbindung Cisco Nexus Switches, zur Virtualisierung VMware vShield, zur Provisionierung und Verwaltung VMware vCloud Director sowie NetApp Filer für die Speicherung gewählt.

Dies entspricht quasi dem als Komplettlösung erhältlichen Flexpod-System der drei Anbieter. Zur Installation wurde das Dresdener Systemhaus interface:systems GmbH hinzugezogen, das unter anderem auch für das Bundesministerium des Innern arbeitet.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Kommentar abschicken

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 33874840 / System & Services)