eGovernment mit Open Source

Linux-Migration in München: Der Pinguin wird zum Goldesel

| Redakteur: Gerald Viola

Münchner Rathaus: In zehn Jahren von Windows zu Open Source (Foto: LHM)
Münchner Rathaus: In zehn Jahren von Windows zu Open Source (Foto: LHM)

2003 hatte der Stadtrat in München die Abkehr von Microsoft und den Umstieg auf Open Source Software und Linux beschlossen. Ende 2010 bezifferte die Landeshauptstadt die Einsparungen durch die Migration auf rund fünf Millionen Euro. Jetzt legte Oberbürgermeister Christian Ude neue Zahlen vor.

Der Oberbürgermeister antwortete auf eine Stadtratsanfrage im vergangenen Jahr: „Im Beschluss vom 16. Juni 2010 zum Thema LiMux wurde bereits dargestellt, welche Kosten für einen Betriebserhalt von Windows-Systemen für die Zeit seit 2005 angefallen wären. Zum Zeitpunkt des Beschlusses war das Ergebnis der Vergleichsrechnung für den Wechsel auf aktuelle Microsoft-Produkte (11,8 Millionen Euro) um 5,6 Millionen Euro höher als die damaligen Ausgaben des LiMux-Projektes (6,2 Millionen Euro). Bei einer Rückkehr zu Microsoft würde schon allein dieser Kostenvorteil aufgegeben werden.“

Ude damals weiter: „Hinzu kommt, dass eine ,Rückkehr‘ nicht nur die bereits umgestellten 6.300 LiMux-Arbeitsplätze, sondern auch die restlichen Windows-2000-Arbeitsplätze betreffen würde. Diese ,Rückkehr‘ wäre nämlich keine Rückkehr zu den bisherigen Versionen (Windows 2000 und Microsoft-Office 97/2000), sondern ein eigenes Großprojekt ,Neue Microsoft-Arbeitsplätze‘ zum Wechsel von allen 15.000 Arbeitsplätzen auf Windows 7 und Microsoft-Office 2010.“

Im Sommer 2010 hat dann der Stadtrat beschlossen, das LiMux-Projekt bis 2013 zu verlängern und gleichzeitig den Etat um rund 50 Prozent aufzustocken. Warum war dieser Beschluss notwendig, wodurch entstehen die Mehrkosten, was verändert sich an Ihrer Vorgehensweise/Strategie? fragte eGovernment Computing damals den LiMux-Projektleiter Peter Hofmann.

Seine Antwort: Schon bei Projektbeginn wurde von einem „evolutionären“ Vorgehen gesprochen (LiMux – Die IT-Evolution). Daher wurde schon 2004 mit dem Stadtrat vereinbart, sich fortlaufend über den Projektfortschritt zu verständigen.

Eine „Keimzellen“-Strategie war richtig, um in allen Bereichen die notwendige Infrastruktur aufzubauen, das Know-how der Administratoren zu erweitern und die bereichs­spezifischen Probleme zu identifizieren.

Für einen Rollout von weiteren 9.000 linuxbasierenden Arbeitsplätzen war diese Strategie der kleinteiligen Problemlösung zu langsam und zu ressourcenintensiv. Deshalb und weil die bereits umgestellten Arbeitsplätze in der Regel diejenigen ohne komplexe Fachverfahren waren, musste die Erstellung und der Rollout der weiteren Basisclient-Releases optimiert und professionalisiert werden.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
LiMux schafft Arbeitsplätze Frage: Laut eigenen Angaben (Quelle: KoopA Erfahrungsaustausch...  lesen
posted am 29.03.2012 um 13:16 von Unregistriert


Mitdiskutieren
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 32705190 / Projekte & Initiativen)