Behörden & Medizintechnik

Künstliche Intelligenz stärker fördern

| Redakteur: Susanne Ehneß

Autonome Autos, intelligente Haushaltsgeräte, kollaborative Teamroboter oder selbstlernende Medizintechnik: KI ist überall
Autonome Autos, intelligente Haushaltsgeräte, kollaborative Teamroboter oder selbstlernende Medizintechnik: KI ist überall (© Alex - stock.adobe.com)

Künstliche Intelligenz ist laut Bitkom eine Schlüsseltechnologie, die sich maßgeblich auf die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Wirtschaft, die Öffentliche Hand und das tägliche Leben auswirken wird – und entsprechend massiv gefördert werden sollte.

Der Digitalverband Bitkom fordert eine Strategie zu Entwicklung und Einsatz von künstlicher Intelligenz auf Bundesebene. Ziel sollte aus Bitkom-Sicht sein, Deutschland nicht nur bei der KI-Forschung weiterhin international wettbewerbsfähig zu halten, sondern die Überführung der Forschungsergebnisse in marktgängige Produkte zu fördern. So sollten unter anderem mindestens vier Milliarden Euro an staatlicher Förderung für die Forschung bereitgestellt und 40 zusätzliche Professuren an den Hochschulen geschaffen werden, um dem künftigen Bedarf an Fachkräften Rechnung zu tragen.

„Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie, deren Bedeutung man gar nicht hoch genug einschätzen kann. Es ist eine Basisinnovation, die Wirtschaft, Politik und Gesellschaft tiefgreifend verändern wird“, erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Deutschland hat sich hier in den vergangenen Jahren eine sehr gute Position erarbeitet, insbesondere in Forschung und Lehre. Für die kommende Legislaturperiode brauchen wir eine Strategie, um die Stärke in der Forschung in eine Stärke in der Wirtschaft zu übersetzen.“

Gemeinsam mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) hat Bitkom die Publikation „Entscheidungsunterstützung mit Künstlicher Intelligenz – Wirtschaftliche Bedeutung, gesellschaftliche Herausforderung, menschliche Verantwortung“ veröffentlicht (PDF). Es richtet sich neben Entscheidungsträgern in der Wirtschaft auch explizit an Bundesministerien und Regulierungsbehörden.

„In den Anwendungsbereichen, in denen es auf die parallele Auswertung extrem großer Datenströme in Echtzeit ankommt, ermöglicht KI (...) eine bislang unerreichte Qualität der Entscheidungsunterstützung“, äußert sich Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Wahlster, CEO des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, dort in seinem Vorwort. Es gehe im Kern darum, die deutschen Exportschlager durch neuartige KI-Komponenten zukunftsfähig zu machen – „vom autonomen Auto, über intelligente Haushaltgeräte, kollaborative Teamroboter bis hin zur selbstlernenden Medizintechnik“, so Wahlster. Ohne KI seien Industrie 4.0, eine Smart-Service-Welt und autonome Systeme nicht realisierbar.

Auch ethische und rechtliche Fragen werden in dem Papier angesprochen. „Wenn es uns gelingt, hier einen gesellschaftlichen Konsens herzustellen, können wir intelligente Systeme schaffen, die die Lebenssituation der Menschen verbessern, ihre Autonomie stärken und ihre Handlungsmöglichkeiten erweitern“, so Bitkom-Präsident Berg. Gleichzeitig komme der Einsatz von KI einer Gratwanderung gleich. „Diese neuen Systeme müssen den Menschen dienen, sie dürfen sie nicht entmündigen.“

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Gute und wichtige Initiative! Hier noch ein interessanter Beitrag zum Thema KI made in Germany:...  lesen
posted am 06.09.2017 um 17:34 von Unregistriert


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