Sachsens neuer CIO im Interview

„Kooperationen im IT-Bereich zu forcieren ist Verfassungsauftrag“

| Redakteur: Manfred Klein

Der Staatssekretär im Innenministerium von Sachsen, Dr. Michael Wilhelm, ist neuer CIO des Freistaats
Der Staatssekretär im Innenministerium von Sachsen, Dr. Michael Wilhelm, ist neuer CIO des Freistaats (Foto: Innenministerium Sachsen)

Seit Kurzem ist Staatssekretär im Sächsischen Innenministerium, Dr. Michael Wilhelm, Beauftragter für Informationstechnologie des Freistaates Sachsen und damit auch neuer Landes-CIO. Wird es dem Nachfolger von Wilfried Bernhardt gelingen, eigene Akzente in den Bereichen Verwaltungs­modernisierung und eGovernment zu setzen?

Im Interview mit eGovernment Computing erläutert Wilhelm seine Ziele und Vorstellung zu eGovernment.

Herr Dr. Wilhelm, mit dem Regierungswechsel ist die CIO-Funktion vom Justiz- und Europa- ins Innenministerium gewechselt. Verbirgt sich dahinter bloße Koalitionsarithmetik, oder verbindet sich mit der „Umsiedlung“ auch eine inhaltliche Neuausrichtung? Wie wollen Sie es zum Beispiel mit der unter ihrem Vorgänger thematisierten EU-Ausrichtung halten?

Wilhelm: Mut zur Veränderung ist typisch für Sachsen. Seit der Wiedergründung des Freistaates setzt die Sächsische Staatsregierung deshalb auf Innovation und Modernisierung. Der Koalitionsvertrag für die neue Legislaturperiode bringt es auf den Punkt: Digitale Technologien sind für die Entwicklung Sachsens von zentraler Bedeutung. Wir nutzen das Potenzial der Digitalisierung für Wachstum und Wertschöpfung, Effizienz und Innovation. Hier sind alle Fachbereiche gefordert.

Das gilt auch für den IT-Einsatz in den jeweiligen Behörden. Mit dem Sächsischen eGovernment-Gesetz und unserer Strategie für IT und eGovernment ist der Weg für die nächsten Jahre vorgezeichnet. Als CIO achte ich darauf, dass die sächsische Verwaltung diesen mitgeht. Dazu gehört übrigens auch die europäische Dimension des eGovernments. Wir gestalten die Vorgaben mit, etwa bei der Umsetzung der eRechnungsrichtlinie.

Sie wollen sich als CIO des Landes Sachsen dafür einsetzen, dass durch den Einsatz von IT „die Verwaltungswege kürzer und die Verfahren schneller werden“. Wie wollen Sie dabei vorgehen? Werden zum Beispiel die Maßnahmen der Staatsmodernisierung fortgesetzt, weil sie eine notwendige Ergänzung der Digitalisierung darstellen? Welche konkreten Maßnahmen sollen die Zentralisierung der IT- Dienstleistungen beim SID vorantreiben?

Wilhelm: Staatliche Strukturen an aktuelle Bedingungen anzupassen und für künftige vorzubereiten, ist seit jeher politische Schwerpunktaufgabe in Sachsen. Dies war bereits unser Leitfaden bei der Umsetzung der Funktionalreform und der Anpassung der Behördenstruktur. In dieser Legislaturperiode werden wir die im Koalitionsvertrag vorgesehene aufgabenorientierte Evaluierung des öffentlichen Dienstes ebenfalls danach ausrichten. Aufgaben, Abläufe und Aufbau müssen kritisch hinterfragt und der IT-Einsatz berücksichtigt werden.

Mein Haus unterstützt die Behörden dabei mit Methoden und Instrumenten des Prozessmanagements. Das bestehende Internetangebot wird in Richtung durchgängig elektronischer Transaktionen ausgebaut. So wird der Weg von Bürgern und Unternehmen zur Verwaltung verkürzt. Außerdem wird die Erprobung von Bürgerterminals und mobilen Bürgerkoffern fortgeführt. Für all diese Aktivitäten benötigen wir einen leistungsfähigen IT-Dienstleister. Die Maßnahmen zur Fortentwicklung des Staatsbetriebes Sächsische Informatik Dienste (SID) werden deshalb derzeit unter Beteiligung seiner Kunden abgestimmt.

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