Standardisierung im eGovernment

IT-Planungsrat geht weitere Vorhaben der Standardisierungsagenda an

| Autor: Manfred Klein

(Peter Fuchs)

Im Mittelpunkt der gestrigen Sommersitzung des IT-Planungsrats stand die weitere Standardisierung elektronischer Verwaltungs­anwendungen. So wurden unter dem Vorsitz der branden­burgischen Innenstaatssekretärin Katrin Lange unter anderem der neue Standard XRechnung verabschiedet, womit zugleich eine EU-Richtlinie umgesetzt wurde (2014/55/EU).

Die XRechnung soll künftig der neue Standard für elektronische Rechnungen in ganz Deutschland sein. „Eine sinnvolle Standardisierung von IT-Anwendungen kann ein wesentlicher Beitrag zu mehr Effizienz in der modernen Verwaltung sein. Nicht jeder muss ständig das Rad neu erfinden. Damit muss Schluss sein. Genau darum geht es der EU, dem Bund und den Ländern“, betonte Lange im Anschluss an die Sitzung.

Ebenfalls beraten wurden die beiden neuen Standards XBau und XPlanung. Sie befinden sich kurz vor der Fertigstellung. XPlanung ist ein Datenaustauschformat, mit dem es künftig möglich sein soll, Bauleitpläne, Raumordnungspläne und Landschaftspläne zwischen den verschiedenen beteiligten Akteuren verlustfrei und sicher zu übertragen.

„Zugleich können auf diese Weise planungsrelevante Daten der Wirtschaft, den Trägern öffentlicher Belange und der breiten Öffentlichkeit einfacher und qualitativ viel besser als bisher zur Verfügung gestellt werden. So können elektronische Lösungen nicht nur zu einer höheren Effizienz, sondern auch zu mehr Transparenz der Verwaltung beitragen. Und das ist genau das, was notwendig ist“, sagte Lange.

Auch in dieser Sitzung des IT-Planungsrats waren die Themen Sicherheit und Schutz von IT-Infrastruktur nach Auskunft von Katrin Lange von zentraler Bedeutung. Die Arbeitsgruppe Informationssicherheit des IT-Planungsrats hatte den Auftrag zu prüfen, wie Erkenntnisse aus Systemen zur (teil-) automatisierten Erkennung von Angriffen, Missbrauchsversuchen oder Sicherheitsverletzungen und Anomalien in Verwaltungsnetzen von Bund und Ländern genutzt werden können. Sie legte den Vertretern von Bund und Ländern dazu in der Sitzung einen Zeitplan vor.

Als Gast war der Vizepräsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, Dr. Gerhard Schabhüser, zur Sitzung eingeladen. Er informierte über das Thema „Blockchain“ und diskutierte mit den Mitgliedern über Anwendungsmöglichkeiten in der öffentlichen Verwaltung. Unter „Blockchain“ versteht man Datenbanken, deren Integrität durch eine sogenannte „kryptografische Verkettung“ besonders gesichert ist.

Der Fortgang beim Digitalisierungsprogramm des IT-Planungsrats und beim Portalverbund kam ebenfalls zur Sprache. Außerdem diskutierte das Gremium, auf welcher Veranstaltung und in welchem Format es sich 2018 der Fachöffentlichkeit präsentieren könnte. Dies war notwendig geworden, weil die CeBIT für 2018 ein neues Konzept vorgeschlagen hat.

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