Wie Behörden an der Digitalen Agenda mitwirken können

IT-Modernisierung in Behörden: Die Zeit läuft

| Autor / Redakteur: Axel Keller, Cassini Consulting / Manfred Klein

Was gilt es bei der IT-Konsolidierung zu beachten?
Was gilt es bei der IT-Konsolidierung zu beachten? (Bild: Tomasz Zajda_Fotolia.com)

Die in der Digitalen Agenda geplanten Digitalisierungsmaßnahmen in Infrastruktur, Wirtschaft und Verwaltung eröffnen Potenziale für Synergien, auch in den Behörden. Doch auf dem Weg zur Umsetzung gibt es einiges zu beachten.

Mit der Digitalen Agenda verfolgt die Bundesregierung kein geringeres Ziel, als Deutschlands Autonomie und Handlungsfähigkeit in der Informations- und Telekommunikationstechnik weiter auszubauen. Unter dem Schlagwort „Innovativer Staat“ sind Maßnahmen vereint, die für eine langfristige Wahrung der Effektivität und Sicherheit der Öffentlichen Verwaltung sorgen sollen – mit dem Ziel eines transparenten Staates, der einfach zugängliche und verlässliche Daten bereitstellt.

Diese (Mammut-) Aufgabe bringt viele Behörden an ihre Grenzen: aufgrund fehlenden Wissens, mangelnder Motivation oder schlicht und einfach, weil die benötigten finanziellen und personellen Ressourcen nicht zur Verfügung stehen. Dabei ist es jetzt an der Zeit, die Chance auf Optimierung zu nutzen und die eigene Behörde für die großen Konsolidierungsvorhaben des Bundes zu wappnen.

Projektplan

Schon immer gab es IT-Modernisierungsvorhaben in verschiedenen Bereichen der Bundesverwaltung. Die im Rahmen der „IT-Konsolidierung Bund“ aufgesetzten Projekte „Rechenzentrum Bund“ und „Bundes-Cloud“ sowie das Vorhaben „Netze des Bundes“ betreffen Behörden jedoch unmittelbarer als vorherige Projekte.

Mit dem Großprojekt „Rechenzentrum des Bundes“ (ITZ Bund) ist unter anderem eine Reduzierung auf wenige Standorte und die zentrale Entwicklung von IT-Lösungen und -Diensten vorgesehen. Es ist beabsichtigt, die bestehenden IT-Abteilungen des Bundesministeriums der Finanzen, des Bundesinnenministeriums sowie des Bundesministeriums für Verkehr und Digitale Infrastruktur (respektive das ZIVIT, die BIT und das DLZ-IT) in einem zentralen Rechenzentrum zusammenzuführen. Das ITZ Bund soll bereits im Januar 2016 in Betrieb gehen. 2018 möchte man die volle Funktionalität erreicht haben.

Zudem ist geplant, ab 2017 weitere IT-Betriebe der (Bundes-) Behörden schrittweise zu integrieren, gemeinsame Dienste zu konsolidieren und die IT-Beschaffung des Bundes zu konzentrieren. Bislang verteilt sich die IT-Infrastruktur der Bundesverwaltung auf über 1.300 Rechenzentren beziehungsweise Serverräume.

Ein wesentlicher Vorteil der IT-Zentralisierung besteht in der Vermeidung von Mehrfachentwicklungen, da ressortübergreifend benötigte IT-Anwendungen an einer Stelle entwickelt und verwaltet werden. Damit lässt sich auch den stetig wachsenden technischen Anforderungen und damit verbundenen, immer kürzeren IT-Entwicklungszyklen Rechnung tragen. Letztlich erwartet man sich von der Konsolidierung deutliche Einsparungen für IT-Aufwendungen im Bundeshaushalt.

Im Rahmen der IT-Konsolidierung Bund ist zudem der Aufbau einer „Bundes-Cloud“ geplant, mit der die Bundesregierung die Leistungsfähigkeit, Flexibilität, Sicherheit und den Datenschutz der IT der Bundesverwaltung nachhaltig verbessern und zugleich ein nationales Vorbild schaffen will.

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Hintergrund

Der Rat der IT-Beauftragten der Bundesressorts (IT-Rat) hat Ende Juli 2015 Kriterien für die Nutzung von Cloud-Diensten der IT-Wirtschaft durch die Bundesverwaltung beschlossen, die insbesondere Aspekte der Sicherheit, der Wirtschaftlichkeit und rechtliche Aspekte berücksichtigen.

Damit ist ein erster Rahmen für die Bundes-Cloud definiert. Die Konzeptionsphase soll Ende 2016 abgeschlossen sein, ihren Betrieb soll die Bundes-Cloud Ende 2018 mit ersten Nutzungsszenarien aufnehmen.

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