Server Blade | Blade Server | Blade-Server | Blade

24.03.2009 | Redakteur: Administrator

Ein Blade Server ist ein Server-Chassis, das mehrere, schlanke, modulare elektronische Platinen beherbergt, die als Server Blade bezeichnet werden. Jeder Blade ist ein eigenständiger Server, der oft auch dediziert eine einzige Anwendung ausführt. Die Blades sind buchstäblich Server auf einer Steckkarte, die Prozessoren, Speicher, integrierte Netzwerkcontroller, optional einen Fiber Channel Host Bus Adapter (HBA) und andere Input/Output-(IO-)Ports umfasst.

Blade Server ermöglichen eine höhere Verarbeitungsleistung auf einer geringeren Rack-Standfläche; sie vereinfachen die Verkabelung und reduzieren den Stromverbrauch. Blade Server ermöglichen es, die Verkabelung verglichen mit Rack- oder Tower- Servern bis zu 85 Prozent zu reduzieren.

Blade Server sind modular. Sie passen mit anderen Blades, die nicht notwendigerweise Server sein müssen, in ein Cassis und machen ein mehr oder weniger individuell gestaltetes IT-System aus. Mehrere Chassis lassen sich zu einem Rack kombinieren und diese wiederum zu einem größeren System, bis hin zu Rack-Reihen und Container.

In allen Fällen sind Blades individuelle Bausteine eines Gesamtsystems. Das Chassis wiederum stellt die Energieversorgung und die Kühlung bereit sowie einige Management-Funktionen.

Die so genannte Backplane, das Steuerungsmodul im Chassis/Rack, kann die Blades mit Connectivity, sogar Aggregation versorgen – zwischen den Servern, vom Server zum Netzwerk oder zum Storage, wobei sich Netzwerk- und Storage-Output-Input direkt zum Blade routen lässt. Blade Server können aber auch Storage an Bord haben oder komplett ohne Platten auskommen, wenn das Betriebssystem-Booting vom Storage Area Network (SAN) aus geschehen kann.

Die meisten Blade-Chassis haben ein Design, das den vertikalen Einbau erlaubt (vertically mounted). Allerdings muss das nicht so sein und es gibt eine Reihe von Ausnahmen.

In der Theorie können Blade unendlich und mit verschiedenen Prozessoren bestückt werden. Tatsächlich aber befinden sich auf einem normalen Blade derzeit vier Prozessoren, gelten Blade doch eher als „low-end-device“. Einige Hersteller können allerdings zwei und mehr Blades kombinieren, so dass ein größerer logischer Computer entsteht.

Konfiguration

Blades werden typischerweise mit einer oder zwei lokalen (S)ATA- oder SCSI-Laufwerken ausgeliefert. Um den weiteren Speicherbedarf zu decken, können Blade Server mit einem Speicherpool verbunden werden. Möglich sind Network-Attached Storage (NAS), Fiber Channel, oder ein iSCSI-Speichernetzwerk (Storage-Area Network - SAN). Der Vorteil der Blade Server rührt nicht nur vom Konsolidierungsvorteil her, den die Unterbringung mehrerer Server in einem einzelnen Chassis mit sich bringt, sondern auch von der Konsolidierung der damit verknüpften Ressourcen (beispielsweise Speicher- und Netzwerkgeräte) in einer kleinere Architektur, die mithilfe einer einheitlichen Schnittstelle verwaltet werden kann.

Blade Server werden manchmal auch High-Density-Server genannt und werden typischerweise in Server-Clustern eingesetzt, die für eine bestimmte Aufgabe abgestellt werden, wie beispielsweise:

Blades für höhere Aufgaben

Für Blades mit einer höheren Anzahl an Prozessor-Komplementen oder größerem Storage trifft das in der Regel zu. Dann benötigen die Devices mehr als einen Chassis-Schlitz (Slot). Hier haben sich Begriffe wie „Bricks“ eingebürgert, um diese Bauweise (form factor) zu beschreiben.

Aber auch die Kapazität der Chassis können variieren, kommt darauf an, ob wie sie mit verschiedenen Blade-Typen bestückt werden, zum Beispiel mit zusätzlichem Speicher (memory), Strage-devices, Netzwerk-Switches und andere I/O-Modulen. Die meisten Chassis jedoch sind so entworfen, dass sie in 19-Inch-Racks passen. Doch insbesondere für den Enterprise-Bereich gibt es auch andere Maße.

Blades sind nicht die einzigen Hardware-Einheiten, die in Chassis beziehungsweise Racks verbaut werden. Es gibt auch Server ohne Außenhülle (skinless server). Der Vorteil dieser Hardware-Variante, mit der die Hersteller seit etwa drei Jahren den Bedarf an horizontalem Wachstum (scale-out) zu befriedigen wollen: Sie lassen sich noch dichter packen als Blades.

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