BA stoppt IT-Projekt ROBASO

Notbremsung nach Pannenserie und 60 Millionen Euro

| Autor / Redakteur: dpa/mk / Manfred Klein

(Bild: © Oliver Boehmer - bluedesign – Fotolia.com)

Nach vielen erfolgreichen IT-Projekten musste die Bundesagentur für Arbeit (BA) nun nach einer Pannenserie ihr millionenschweres IT-Projekt ROBASO stoppen. Das berichtete ein Sprecher der Nürnberger Bundesbehörde.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat nach einer Pannenserie ein millionenschweres IT-Projekt gestoppt. Eine 60 Millionen Euro teure Software, mit der auf einer einzigen Plattform auf 14 verschiedene Anwendungen zugegriffen werden könne, werde nun doch nicht in den Arbeitsagenturen eingesetzt. Die rund 90.000 Mitarbeiter nutzen nun wie bisher Einzelanwendungen bei der Jobvermittlung und der Abrechnung von Geldleistungen.

Das nun gestoppte System hatte die Bundesagentur selbst entwickelt. Damit sollten die Abläufe in den 156 Arbeitsagenturen beschleunigt werden.

Nach Angaben des Sprechers hatte sich das bei der BA unter der Bezeichnung „Robaso“ firmierende Projekt nach der vierjährigen Laborentwicklung im praktischen Einsatz als nicht „ausreichend flexibel“ erwiesen. Es habe sich gezeigt, das nachträgliche Änderungen, etwa die Korrektur einer Kontonummer, in dem System nicht möglich sei. Das Projekt habe sich noch in der Pilotphase befunden.

Um eine solche Angabe dennoch korrigieren zu können, habe man sämtlich Leistungs- und Vermittlungsdaten in das System neu eingegeben müssen. Da eine Behebung des Fehlers zu aufwendig und zu teuer sei, werde das Systen nun doch nicht in der Praxis eingesetzt. Künftig sollen solche Programme früher in den Praxistest gehen, kündigte die Bundesagentur an.

Nach Angaben der BA begann die Entwicklung von ROBASO im Jahr 2010 und mündete in einer Pilotierung im Oktober 2015.

Der Projektabbruch sei durch ein unabhängiges externes Audit bestätigt worden. Die Schwachstellen der Software seien erst bei ihrer Verwendung unter realen Bedingungen erkannt worden.

Zwischenzeitlich seien Vorkehrungen getroffen worden, damit sich ein solcher Projektabbruch nicht wiederholen könne: Die Entwicklung neuer Software erfolge nun in überschaubaren Stufen mit begleitenden Anwendertests in der Praxis. Großprojekte würden während der Projektlaufzeit regelmäßig extern auditiert, um das Riskomanagement zu überprüfen.

Anlässlich der gewonnenen Erkenntnisse würden zudem alle anderen derzeit laufenden IT-Projekte der BA überprüft, so die Arbeitsagentur. Es gäbe jedoch derzeit keine Projekte mit vergleichbaren Konstellationen.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Kommentar abschicken

 

Copyright © 2017 - Vogel Business Media