Herausforderung für Städte & Kommunen

Fünf Leitplanken für Smart-City-Projekte

| Autor / Redakteur: Kai Tepe* / Susanne Ehneß

Smart-City-Rezepte von der Stange gibt es nicht
Smart-City-Rezepte von der Stange gibt es nicht (Bild: © Dirk Vonten/ Fotolia.com)

Informations- und Kommunikationstechnologien können Städte ­innovativer, effizienter und grüner machen. Doch der Weg zur ­smarten Stadt der Zukunft ist lang, und allgemeingültige Roadmaps fehlen. Deshalb starten Städte und Kommunen Pilotprojekte, um erste Erfahrungen zu sammeln.

Die Stadt der Zukunft sieht sich mit einer Vielzahl an Herausforderungen konfrontiert. Sie muss der demografischen Entwicklung Rechnung tragen, die vorhandenen Ressourcen effizienter nutzen und dabei ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit schaffen. Um diese Aufgaben zu bewältigen, setzen Smart Cities auf intelligente, vernetzte digitale Lösungen, die sowohl technische, wirtschaftliche als auch gesellschaftspolitische ­Innovationen beinhalten.

Doch Smart-City-Rezepte von der Stange gibt es nicht. Jede Stadt muss selbst definieren, welche ­Kernelemente wesentlich sind, um den Transformationsprozess hin zu einer Smart City erfolgreich zu gestalten.

eGovernment der zweiten Generation

Ein Smart-City-Konzept zu entwickeln, ist in den meisten Fällen eine­ politische Entscheidung. Der Markt alleine wird die damit verbundenen tiefgreifenden Transformationsprozesse nicht durch- und umsetzen können. Hier sind die politischen Entscheidungsträger gefordert, allen voran die Bürgermeister. Sie müssen den Dialog sowohl intern innerhalb der Stadtverwaltung als auch extern zu den Bürgern initiieren und steuern.

Dabei werden innovative, neue eGovernment-Lösungen eine wesentliche Rolle spielen. Über diese werden die Kompetenzen der einzelnen Dezernate und Fachbereiche vernetzt und die Bürger in einen offenen, transparenten und interaktiven Kommunikationsprozess einbezogen.

Ist der Beschluss gefasst, die Stadt zu einer Smart City weiterzuentwickeln, bieten Pilotprojekte eine gute Möglichkeit, sich dem komplexen Thema zu nähern. Diese ersten Erfahrungen können anschließend bei weiteren Umsetzungsschritten genutzt werden; vor allem, wenn die Pilotprojekte professionell begleitet und ausgewertet werden.

Dass die Herausforderungen für die Städte und Kommunen oft größer sind, als im Vorfeld angenommen, ist eine Erkenntnis aus der Morgenstadt-Initiative des Fraunhofer IAO und des europäischen Triangulum-Projekts, an denen auch TÜV SÜD beteiligt ist.

Multifunktionale ­Straßenlaterne

Welche Chancen aber auch Risiken sich aus der Einführung innovativer Technologien im Rahmen von Smart-City-Pilotprojekten ergeben, verdeutlicht folgendes Beispiel: Europaweit sollen in den nächsten Jahren circa zehn Millionen Straßenlaternen mit Glühbirnen durch solche mit LED-Beleuchtung ersetzt werden. Sie verbrauchen nicht nur bis zu 70 Prozent weniger Energie. Mittels neuer Technologien können diese Straßenlaternen zu multifunktionalen Knotenpunkten ausgebaut werden, mit Sensoren zur Überwachung der Luftqualität, der Verkehrs- und Parkraumsituation oder des Wetters.

Gleichzeitig können die Laternen als WLAN-Hotspots dienen, Notruffunktionen bieten oder Ladestationen für Elektrofahrzeuge ­bereitstellen. Die übermittelten Daten werden von einer zentralen Leitwarte ausgewertet und lassen sich für eine optimierte Steuerung der Verkehrsführung, des Parkraummanagements oder der Straßenbeleuchtung nutzen.

Das Konzept überzeugt in der Theorie, bei der praktischen Umsetzung müssen Kommunen häufig jedoch einige Herausforderungen bewältigen. Die ersten Städte haben vor etwa zwei Jahren mit dem Umstieg auf – zunächst monofunktionale – LED-Straßenlampen begonnen. Danach kamen die ersten Lösungen auf den Markt, die Laternen als Ladepunkte für E-Fahrzeuge nutzbar machten.

Einige Städte rüsteten nach. Nun geht der Trend bei den Technologieherstellern zum kabellosen ­Laden, mit dem kabelgebundene Lösungen an Bedeutung verlieren. Technologische Weiterentwicklungen können somit die getätigten Investitionen gefährden.

Die Faktoren für erfolgreiche Smart-City-Projekte im Überblick: Bitte lesen Sie auf der nächsten Seite weiter.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44501384 / Standards & Technologie)