Vernetztes Gesundheitswesen

Fünf Jahre nationale Patientenakte in Schweden

| Autor: Manfred Klein

(Bild: DOC RABE Media - Fotolia)

Deutschland steckt noch in den Kinderschuhen, wenn es um das Thema intersektorale Ver­netzung des Gesundheits­wesens geht: Hierzulande folgt Pilotprojekt auf Pilotprojekt – doch ein Vernetzen von stationären, ambulanten und rehabilitativen Gesundheits­bereichen liegt in weiter Ferne. Andere Länder sind da bereits weiter.

So setzt Schweden seit Jahren die nationale Patientenakte ein. Die Schweiz wird bald national vernetzt sein – trotz Föderalismus. Die Vorteile der fachbereichsübergreifenden Zusammenarbeit von Kliniken, Fachärzten und anderen Beteiligten liegen klar auf der Hand: Stärken des Patientenwohls, verbesserte Diagnose- und Behandlungsqualität, weniger Fehlmedikationen sowie verbesserte Forschung durch exzellente Datenqualität bei gleichzeitig höchster Datensicherheit. In Deutschland hat die Politik mit dem eHealth-Gesetz nun einen Anfang gemacht. Um international aufzuholen, sollten sich alle Beteiligten schleunigst an einen Tisch setzen.

Bereits 2005 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Mitgliedsstaaten dazu aufgefordert, eine nationale eHealth-Strategie zu schaffen, die Normen vorgibt, klare Strukturen schafft und die Infrastruktur darauf ausrichtet. Jedes Land, das den WHO-Vorgaben gefolgt ist und eine eHealth-Strategie erarbeitet hat, hat als Grundvoraussetzung zunächst einen Konsens aller Beteiligten errungen – was oft den Löwenanteil des Zeitaufwands für das gesamte Projekt ausmacht.

Mit vereinbarten Standards lassen sich eHealth-Anwendungen, wie die elektronische Patientenakte, das elektronische Rezept oder der Medikationsplan, erfolgreicher umsetzen.

Digitale Transformation in vollem Gange

„Die digitale Revolution im Gesundheitswesen lässt sich nicht aufhalten“, sagt unter anderem Mathias Arnold, Vizepräsident der ABDA (Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände). Der Blick über die Landesgrenze reicht, um zu erkennen, dass die sektorenübergreifende Vernetzung umsetzbar ist und für alle Beteiligten Vorteile bringt. Deutschland kann dabei von den Erfahrungen anderer Länder lernen und das Wissen für die Vernetzung des deutschen Gesundheitssystems nutzen.

„Auch für Deutschland ist jetzt die Zeit gekommen, das Gesundheitswesen intersektoral zu vernetzen“, sagt Volker Hofmann, Manager Healthcare bei InterSystems. Das Unternehmen bringt sehr viel Erfahrung im Bereich intersektorale Vernetzung in anderen Ländern mit. Die Experten für Interoperabilität haben international bereits an mehr als 40 großen Projekten der intersektoralen Vernetzung mitgearbeitet. In Deutschland ist InterSystems seit 23 Jahren tätig.

„Wir sehen in anderen Ländern, dass die Vernetzung von Ambulanz, Station, Apotheken und Praxen möglich ist und sollten auch in Deutschland die Voraussetzungen dafür schaffen“, sagt Volker Hofmann weiter. Mit den entsprechenden normativen, organisatorischen und technischen Direktiven der Politik lassen sich solche Projekte auch umsetzen.

Aus der Erfahrung kann Volker Hofmann sagen, dass alle Vernetzungsprojekte – ganz gleich in welchem Land – eine Gemeinsamkeit haben: Die Sektoren waren nicht vernetzt, aber der politische Wille dazu war vorhanden und alle Beteiligten sahen klare Vorteile – Politik, Kliniken, Ärzte, Pflegeheime, Forschungseinrichtungen, Pharmaindustrie, Versicherungen und Patienten.

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