Thema: Ein Schritt in die falsche Richtung: Linke will „Behördentag“

erstellt am: 22.08.2012 15:32

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FHabbel





dabei seit: 30.09.2009

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Ein Schritt in die falsche Richtung: Linke will „Behördentag“
22.08.2012 15:32

Die Parteichefin der Linken, Katja Kipping schlug unlängst in der Zeitung DIE WELT vor, dass erwerbstätige Eltern minderjähriger Kinder grundsätzlich einen halben Urlaubstag pro Monat zusätzlich erhalten sollten, um Behördengänge und andere wichtige Dinge zu erledigen, die sonst im Alltag den Stress erhöhen.

Ein ähnliches Modell gab es schon in der DDR. Nur sind die DDR und ihr Verwaltungswesen schon seit 22 Jahren passé. Ein Behördentag wäre ein Schritt zurück in das letzte Jahrhundert. Warum sollten Bürger überhaupt Zeit opfern müssen um Behörden aufzusuchen und Verwaltungsdinge zu erledigen? Die Modernisierung des Verwaltungswesens und dessen Prozesse haben ja gerade zum Ziel, den Bürgern einen einfachen Zugang zur Verwaltung zu eröffnen und einen größtmöglichen Service zu bieten. Dieser Service wird gerade durch den Einsatz moderner IT und der elektronischen Unterstützung von Verwaltungsprozessen erreicht. Viele Standardvorgänge, für welche man früher noch den Weg zum Amt auf sich nehmen musste, sind heute bequem vom heimischen PC oder dem Smartphone von unterwegs aus zu erledigen. In naher Zukunft wird dies für alle Verwaltungsleistungen gelten.

Man kann Katja Kipping allerdings zu Gute halten, dass sie womöglich von der Berliner Situation geprägt ist. Berlin ist für lange Schlangen und lange Wartezeiten in den Bürgerämtern bekannt. Termine in Meldeämtern dauern bis zu 14 Tagen und mehr. In den meisten deutschen Städten und Gemeinden geht es allerdings schneller. So gibt es zum Beispiel in Osnabrück eine App, die zu den üblichen Behördenöffnungszeiten in Sekundenschnelle angibt, wie viel Personen im Bürgeramt derzeit warten und wie lang die aktuelle Wartezeit ist. Dort kann man beim normalen Einkauf, sozusagen nebenbei, den Besuch im Bürgerbüro miterledigen.

Die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger, aber auch moderne IT und die Möglichkeiten des Internets müssen in Forderungen und Vorschlägen für die Gestaltung der Zukunft unserer Verwaltung immer eine Rolle spielen. Wer diese Dinge außer Acht lässt, geht nicht voran, sondern lebt in der Vergangenheit.

(Kommentar Franz-Reinhard Habbel)

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Otfrid Weiss





dabei seit: 30.09.2009

Beiträge: 29

RE: Ein Schritt in die falsche Richtung: Linke will „Behördentag“
23.08.2012 15:40

Lieber Herr Habbel, Katja Kipping kandidiert ja in Dresden, kommt über die Landesliste Sachsen in den Deutschen Bundestag. In Dresden könnte sie bessere Zustände als in Berlin erleben. Online ist die Dresdner Stadtverwaltung schon lange sehr aktiv, macht vieles möglich, wovon andere nur träumen, siehe z.B. http://www.dresden.de/de/02/rathaus-online.php, http://www.dresden.de/de/02/or/c_02_1.php und http://www.dresden.de/de/02/or/c_017.php. Die Anzahl der derzeit wartenden Bürger in einzelnen Ämtern kann man zwar wohl nicht abfragen (obwohl sie überall im Amt angezeigt wird), aber für die Kfz-Zulassungsstelle kann man sich immerhin vorab online einen Termin geben lassen. Man erhält dann eine Wartenummer, mit der man zum Wunschtermin über die Aufrufanlage aufgerufen wird. Alles in allem brauchen alleinstehende erwerbstätige Mütter minderjähriger Kinder in Dresden vielleicht nur einen viertel Tag Urlaub für Behördengänge - oder anderswo einen ganzen?

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nicht registrierter User


RE: Ein Schritt in die falsche Richtung: Linke will „Behördentag“
15.10.2012 20:08

Ziel muss es sein, die Vorgänge in den Behörden so zu gestalten, dass sie entweder keinen Besuch bei der Behörde erfordern oder zumindest keinen Vierteltag dauern.

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