Gipfel haben etwas Außergewöhnliches. Darüber hinaus gibt es nichts mehr. Man ist oben angekommen. Der Horizont ist weit. Der Blick wird frei. Vom G-8 bis zum G-20, über den EU-Gipfel bis zum Energie,- Kinder- oder jüngst de Bildungsgipfel in Dresden. Nun der 3. IT-Gipfel der Bundeskanzlerin in Darmstadt. Hat er was verändert?
Ja, solche Veranstaltungen sind notwendig und sinnvoll. Sie sorgen für Aufmerksamkeit und was noch wichtiger ist, sie bringen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit zusammen. So war es auch beim IT-Gipfel in Darmstadt. Gerade die Informations- und Kommunikationstechnik ist als Schlüsseltechnologie besonders Gipfel geeignet. Die Ergebnisse sind für unser Land wichtig. So ist es erfreulich, dass die Kanzlerin sich klar für schnellere Breitbandanschlüsse auch in den ländlichen Gebieten ausgesprochen hat. Eine solche Infrastruktur ist für die Unternehmen aber auch für die Bürger im 21. Jahrhundert überlebenswichtig. Das Internet der Dinge wird der nächste große Sprung in die Vernetzung sein. Auch dies war Thema der Spitzenvertreter auf ihrem Treffen. Gegenstände werden durch Sensoren intelligent gemacht und kommunizieren mit andern Objekten, Einrichtungen oder Nutzern. Deutschland nimmt beim Internet der Dinge in der Forschung aber auch bei ersten Anwendungen eine Vorreiterrolle ein. Das Internet der Dinge hat das Zeug, die auf Stahl und Eisen beruhende Exportwirtschaft Deutschlands weiter zu entwickeln und so die Exportweltmeisterschaft auch künftig zu sichern.
Weitere Impulse wurden durch den jüngsten IT-Gipfel ausgelöst: So wird von Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung eine eGovernment-Gesamtstrategie für Deutschland erarbeitet mit dem Ziel, einfache und integrierte eGovernment-Prozesse einzuführen. Dies wird einen weitern Schub zur Modernisierung der deutschen Verwaltung auslösen. Länder und Kommunen sind zur Mitarbeit eingeladen. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund wird sich an dieser wichtigen Aufgabe aktiv beteiligen und sie nach Kräften unterstützen.
Die für den Gipfel erarbeiteten Dokumente sind sehr lesenswert. Sie enthalten einen komprimierten Stand der Dinge, einen Einblick in die wichtigsten Projekte und einen Ausblick in die Zukunft.
Jetzt wird es darauf ankommen, die Gipfelerfahrung und -erkenntnisse in die Tagesarbeit einfließen zu lassen. Die Botschaften sind da. Sie müssen jetzt umsetzt werden. Deutschland darf keine Zeit verlieren. Was wir brauchen ist eine Community der Reformaktivisten über die Ebenen von Bund, Länder und Gemeinden hinweg. Die Technologie für den Austausch ist da – Web 2.0 gibt jedermann die Möglichkeit, aktiv zu werden. Los geht’s!



