Thema: Elektronischer Identitätsnachweis soll vorgeschrieben werden

erstellt am: 24.04.2017 13:24

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Automatisiert: eID und Bildabruf
Elektronischer Identitätsnachweis soll vorgeschrieben werden


Sieben Jahre nach Einführung soll die Online-Ausweisfunktion nun massiv angeschoben werden. Künftig soll die eID-Funktion automatisch und dauerhaft aktiviert sein.

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nicht registrierter User


Kommentar zu: Elektronischer Identitätsnachweis soll vorgeschrieben werden
24.04.2017 13:24

Ein Zwang zur Aktivierung ist m.E. unnötig, denn es herrscht nach meiner Erfahrung ohnedies opt-out bei eID.
Ein Zwang zum Einsatz ist utopisch, gerade in jenen Verwaltungen, die heute noch vorschreiben, dringende Eingaben per Fax (aus Sicherheitsgründen!) zu senden, DE-Mail etc nach wie vor strikt ablehen und bombastische Machwerke mit Richtlinien zur elektronischen Kommunikation pflegen.

Bevor solche in erster Linie Firma Governikus begünstigende Forderungen aufgestellt werden, sollte man sich um eine praktikablere Einsatzmöglichkeit kümmern. Dazu zählt m.E. auch das jeweils akzeptierte Gebühren-Bezahlverfahren.

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nicht registrierter User


Kommentar zu: Elektronischer Identitätsnachweis soll vorgeschrieben werden
24.04.2017 13:27

Putzig, gilt dann auch für Behörden, dass diese die eID akzeptieren? Beispiel Finanzamt: Wer sich mit der AusweisApp ausweist wird ignoriert, wenn er keinen Wohnsitz in Deutschland hat und der überflüssige Abgleich mit dem Melderegister deshalb nicht klappen kann.

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nicht registrierter User


RE: Elektronischer Identitätsnachweis soll vorgeschrieben werden
27.04.2017 14:50

Was passiert, wenn eine ältere Person, die ohnehin keinen PC hat und Internet nicht nutzt sich dafür ausgesprochen hat, die automatisierten Funktionen online nicht nutzen zu wollen und so praktisch dazu von oben her verdonnert wird dies zu tun - IM FALLE EINES MISSBRAUCHS ? ? ?

H.N. 27-04-2017

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mk





dabei seit: 30.09.2009

Beiträge: 39

RE: Elektronischer Identitätsnachweis soll vorgeschrieben werden
27.04.2017 15:08

Es wird niemand dazu verdonnert, die eID-Funktionen des elektronischen Personalausweises zu nutzen. Jedem Bürger steht es selbstverständlich frei, persönlich auf dem Amt seine Angelegenheiten zu regeln.

Die Redaktion

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nicht registrierter User


RE: Elektronischer Identitätsnachweis soll vorgeschrieben werden
02.05.2017 07:42

@m
Was soll dann im hier x-mal wiedergekäuten Bericht der Satz: Nun sollen die Bürger per Gesetz dazu verpflichtet werden?

De facto kann in bestimmten Einzelfällen doch von einer Quasi-Verpflichtung gesprochen werden.
Z.B. wenn man beruflich / ehrenamtlich ein FZ benötigt und nicht 5-6 Wochen auf einen lahmen Amtsschimmel warten kann. Dann erweist sich die eID als segensreiche Einrichtung: Nach drei-vier Werktagen liegt das FZ direkt vom BfJ im Briefkasten, so zumindest in meinen Fällen.

Eine eID-Funktion wird von vernüftigen Antragsstellen übrigens gar nicht zur Disposition gestellt. Wer sie später doch nicht nutzen möchte, kannn es ja ruhig bleiben lassen und muss nicht bei nachträglichen Meinungsänderungen weitere Freischaltgebühren entrichten und dazu stundenlang anstellen...

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Ehneß





dabei seit: 23.07.2013

Beiträge: 17

RE: Elektronischer Identitätsnachweis soll vorgeschrieben werden
02.05.2017 08:41

Lieber Leser,
der Satz Nun sollen die Bürger per Gesetz dazu verpflichtet werden bezieht sich auf die Freischaltung der eID-Funktion. Der Satz im Kontext: Die Bürger haben die Online-Ausweisfunktion in den vergangenen Jahren kaum angenommen – bei rund zwei Drittel der Personalausweise ist die eID nicht freigeschaltet. Nun sollen die Bürger per Gesetz dazu verpflichtet werden.
Die Nutzung der (freigeschalteten) eID ist hingegen nicht verpflichtend. Inwieweit dieser Passus noch konkretisiert wird, ist in der Diskussion.
Weshalb Sie von einem x-mal wiedergekäuten Bericht schreiben, erschließt sich mir leider nicht.
Über eine Erklärung freut sich
Susanne Ehneß
Ressortleiterin eGovernment Computing
* zuletzt geändert von: Ehneß am 02.05.2017 um 08:43 Uhr *

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detlef.huehnlein@ecsec.de





dabei seit: 10.05.2017

Beiträge: 1

RE: Elektronischer Identitätsnachweis soll vorgeschrieben werden
10.05.2017 08:18

Was im Zuge der Diskussion rund um den elektronischen Personalausweis oft vergessen wird ist, dass er ein gutes Werkzeug zum datenschutzfreundlichen Identitätsmanagement ist, der einen wichtigen Beitrag zur Digitialisierung leisten kann. In der Anhörung am 24.04.2017 führte Dr. Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs dazu folgendes aus: „Das Grundkonzept technischer Art ist zwar komplex und sicherlich schwer zu verstehen für den normalen Bürger der jetzt diesen aktivierten Chip kriegt, aber natürlich sehr durchdacht und ‘ne gute Lösung. Das Video findet sich unter https://blog.skidentity.de.

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woksoll





dabei seit: 14.03.2012

Beiträge: 282

RE: Elektronischer Identitätsnachweis soll vorgeschrieben werden
18.05.2017 16:23

Nun die Bundesregierung hat noch viel mehr vor mit dem neuen Personalausweis. Der Bürger soll gläsern werden, Dass die Constanze das technische Konzept gut findet, ist das geringste Problem. Die Constanze schreibt auch (gestern):
Die Aufrüstung der Geheimdienste geht in die nächste Runde: Nun sollen sie auch Biometriedaten aus Ausweisen und Pässen automatisiert abrufen dürfen – ab sofort. Nichts hindert die Behörden mehr, eine bundesweite Datenbank anzulegen und automatisch zu rastern. Anstatt auf Kritik einzugehen, weitet die Große Koalition die Zugriffe noch aus.
https://netzpolitik.org/2017/morgen-im-bundestag-automatisierter-zugriff-auf-biometrische-passbilder-fuer-alle-geheimdienste/

Alles das, was wir immer befürchtet haben. Und dass dann so sinnlos, wie wir in Berlin gerade sehen, wo der Innensenat Strafanzeige gegen das LKA gestellt hat, das den Mord von Amris rechtswidrig ermöglicht haben soll. Es entsteht der Eindruck, dass der Staat technisch alles erlaubt, was ihn organisatorisch überfordert wie beim Weihnachtsmarktterror in Berlin oder der NSU, wo Terroristen ungehindert von unseren Sicherheitsbehörden morden können.

Der normale Bürger, der nicht straffällig geworden ist, bezahlt die mit dem zugelassenen Terror geschürte Angst damit, dass Datenschutz nicht mehr stattfindet. Auch eine Abwehr gegen die Staatsterroristen von der NSA findet nicht mehr statt. Die NSA schreibt kriminelle Hackertools, die sie in Umlauf bringt, mit denen dann Patienten in britischen Krankenhäusern gefährlich bedroht werden.
Die Maßnahmen beim nPA entsprechen in keinster Weise der Bedrohungsanlayse. In UK macht man dann auch noch den Bock zum Gärtner: das GCHQ, einer der größten Staatsterroristen im Netz soll für die IT-Sicherheit der Briten zuständig sein. Ähnlich ist es bei uns: viele der Mitarbeiter bis hin zum Vizepräsidenten des BSI sind Spione des BND. Solchen Leuten sollen wir bei der IT-Sicherheit vertrauen?
Hier ist viel organisatorischer Nachholbedarf beim Staat, der zum Sicherheitsrisiko für die Bürger geworden ist. Wie wir bei den Morden auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin gesehen haben.

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