Thema: EDV-Pannen in deutschen Behörden

erstellt am: 07.06.2017 14:17

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Worst-Practice-Beispiele
EDV-Pannen in deutschen Behörden


Misslungene IT-Projekte in öffentlichen Verwaltungen – dazu hat der Bund der Steuerzahler so einiges zu sagen. Ein Überblick über EDV-Flops der vergangenen Jahre.

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woksoll





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Kommentar zu: EDV-Pannen in deutschen Behörden
07.06.2017 14:17

Bei der Steueridentifikationsnummer fehlt noch ein teurer Schildbürgerstreich. Bei der Einführung wurden die Meldeämter verpflichtet, aktuelle Meldedaten zu liefern. Hauptzweck war unter anderem, dass z.B. Bürger, die in Berlin steuerpflichtig waren, nicht durch Umzug nach Brandenburg der Steuerpflicht sich entzogen. Dafür war ein zentrales Register notwendig. In Österreich geibt es seit langem ein zentrales Melderegister. Anders aber als in Österreich, haben die staatlichen und kommunalen Lobbyisten ein zentrales Melderegister verhindert. Weil sie ein paar Groschen Einnahmeverluste fürchteten. So hat dieser entartete Lobbyismus dazu geführt, dass a) den Bürgern ein miserabler Service geboten wird (sie müssen sich nach mehreren Umzügen von Meldebehörde mit jeweils neuer Gebürh sich durchfrage (in Österreich reicht eine Nachfrage) und b) haben wir für die Sturheit der Länder und Kommunen nun doppelte Infrastrukturen zu führen: dezentrale Melderegister in Kommunen und ein zentrales Melderegister in der Finanzverwaltung des Bundes, das aber nicht für Meldezwecke genutzt werden darf. Verglichen mit solcher gemeinschädlichen Boshaftigkeit waren die Lichttransporteure in Schilda Verwaltungsprofis. Der Steuerzahlerbund sollte da härter sein, und prüfen, ob hier nicht boshaft, vorsätzlich Steuermittel veruntreut wurden.

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RE: EDV-Pannen in deutschen Behörden
07.06.2017 15:13

Bei so viel Lob für österr. IT-Einrichtungen sollte der guten Ordnung halber aber auch nicht verschwiegen werden, dass zahlreiche Gemeinden parallele Register führen, die teils 50 und mehr Jahre zurück reichen. Auch Strafregisterauszüge, für die es in Österreich mehr als zehntausende (!) Abfragebrechtigte Stellen gibt, werden teilweise in Gemeinden gehortet und auch noch lange nach Beendigung der Tilungsfrist aufbewahrt. Es gibt vor allem in Westösterreich Gemeinden, die anlassunabhäng und ohne Kenntnis des Bürgers für jeden Neuzuzug Strafregister anfordern und archivieren. Der Datenschutz guckt dabei zu.
Metternich lässt grüßen...

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woksoll





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RE: EDV-Pannen in deutschen Behörden
08.06.2017 15:26

Auch wenn es in Österreich dezentrale Doppelarbeit gibt, so hat man doch seit Jahren auch für Meldezwecke (und nicht nur für Steuerzwecke wie in Deutschland) ein zentrales Register:
http://www.bmi.gv.at/cms/BMI_ZMR/
Als ich mal eine bestimmte Person suchte, musste ich mich in Deutschland durch vier Meldebehörden durchhangeln mit jeweils unterschiedlichen Verfahren (per Mail/nicht per Mail; mit Vorkasse/Ohne Vorkasse/gar keine Kasse bei mündlicher Auskunft, usw.) Bürokratisches Chaos. Der Hit war eine zeitlang Berlin: Vorkasse und dann nach vier Wochen Auskunft, wenn geprüft worden war, ob Zahlung richtig eingegangen war. Dann lässt man E-Government besser sein und geht gleich ins Bürgeramt. Ein bisschen warten und dann hat man seine Auskunft, auch wenn man den Dreierdatenstz nicht richtig hinbekommt oder Rechtschreibefehler hat.

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