Thema: Open Source heißt Zukunft

erstellt am: 07.07.2017 08:58

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Kommunen als Vorreiter
Open Source heißt Zukunft


Auch für die Öffentliche Verwaltung sind Offenheit und Flexibilität hochattraktiv. Quelloffene Software wird zur Alternative.

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Kommentar zu: Open Source heißt Zukunft
07.07.2017 08:59

Grundsätzlich stimme ich zu, ich sehe Open Source in naher Zukunft aber vorrangig in der Infrastruktur oder bei Diensten, die dem Bürger über das Internet angeboten werden. Bei den Fachverfahren in den Verwaltungen fehlen mir die Initiativen, hier scheint keiner Bedarf zu haben das Microsoft-Monopol zu brechen.
Frank Lichnok

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woksoll





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RE: Open Source heißt Zukunft
07.07.2017 11:01

Open Source Software ist ein normaler Marktteilnehmer. Ich nutze auch privat Mozilla und Thunderbird (letzteres mit X.509-Zertifikaten durchgängig seit 1998 auf AIX, MacOS, Windows). Mein Suse-Linux aber steht im Schrank.
Im Serverbereich ist Open Source sich auch oft positiv zu betrachten.
Aber es gibt auch deutliche Nachteile. Die Diskussion in der Stadt München hat gezeigt, dass Kompatibilätsmängel dazu führen, das man doppelte Infrastrukturen (mit und ohne Windows) errichtete. LibreOffice ist immer noch nicht in der Formatierung PowerPoint-kompatibel. Der Aufwand für die zwei Infrastrukturen führet dazu, dass man keine Kraft mehr hatte, den Betrieb zu straffen. In Hamburg sieht das seit vielen Jahren wesentlich professioneller aus. In Niedersachsen ist man stutzig, durch die vielen Sonderkosten des Linux-Einsatz bei der Polizei, z.B. die 400.000 für ein Gateway für Inpol-neu, weil die Anwendung den Internet-Explorer brauchte mit Oracle-Plugin. Entwickler arbeiten offenbar so proprietär. Im Auswärtigen Amt ist Linux wieder verschwunden, als die Grünen nicht mehr in der Regierung waren.
in einem Startup mit 100 Mitarbeitern hatten wir auch Open Source Liebhaber. Es wurde das erwähnte Zarafa eingesetzt, weil man mit aller Gewalt Microsoft vermeiden wollte. Am Arbeitsplatz waren dann Igel-Terminals mit Linux, die über Citrix Anschluss fanden an MS-Office, das auf den Servern lief. Diese Strategie platzte, als wir BI-Ergebnisse auf Karten mappten (MS Bing Maps und Google Maps). Das Citrix auf den Igel-Rechner war dann unbrauchbar langsam. Das führt dann entweder zur Unbrauchbarkeit oder zu erhöhten Kosten in der Fehlerbeseitigung.
Bei der Sicherheit führt Open Source auch nicht mehr zu positiven Effekten. Bei Heartbleed erfuhren wir, dass bei OpenSSL über Jahre leaks trotz Open Source nicht entdeckt wurden. Bei einem letzten DoS-Angriffe erfuhren wir, dass die Kameras mit Linux den Telnetd-Port offen hatten (was bei MacOO und Windows nicht der Standard ist).
Der Preis der Offenheit und Flexibilität wird erkauft mit erhöhtem Betreuungsaufwand (wie im Artikel ja auch die Hilfe von Externen erwähnt wird). Den können gerade kleinere Kommunen kaum aufbringen, zumal sich schon jetzt ein erheblicher Personalmangel auf dem IT-Markt abzeichnet, den der Staat gerade leer räumt, um die kriminellen Cyberwar-Attacken aus den Geheimdiensten abzuwehren.
Man wird sich also sehr genau überlegen müssen, ob man durch Abweichen vom Mainstream Vorteile nutzen kann. Das kann selektiv durchaus der Fall sein, generell aber gilt die Aussage, dass Open Source besser wäre, nicht.

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