Thema: OB: „Eine einheitliche und komplette Umstellung auf Linux war nie möglich“

erstellt am: 15.02.2017 11:39

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Gründe für Linux-Aus in München
OB: „Eine einheitliche und komplette Umstellung auf Linux war nie möglich“


München war lange das Vorzeigemodell für freie Software in der Verwaltung. Jetzt wollen SPD und CSU wieder zu Windows zurückkehren. Dabei ist das Betriebssystem auf dem Rechner längst keine Glaubensfrage mehr, auch Microsoft setzt in der Cloud auf Linux.

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woksoll





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Kommentar zu: OB: „Eine einheitliche und komplette Umstellung auf Linux war nie möglich“
15.02.2017 11:39

Im Auswärtigen Amt, im Bundestag mit den LDAP-Problemen und in Niedersachsen bei der Polizei waren der Ausflug zu Linux auch nicht unbedingt eine Success-Story. Mit Apples OSX und Googles Android gibt es heute anderen Wettbewerb zu Windows.
In München ist ja nicht nur der Linux-Einsatz problematisch. Die IT-Organisation ist noch nicht konsolidiert. Anders als im Land Hamburg, wo man keine Schlagzeilen macht, aber 30.000 PCs zentral bei dataport managed. Mit Windows.
Mehr Kommentare von mir dazu auch hier inkl. Link auf das Gutachten von Accenture zur IT in der Stadt München:
https://netzpolitik.org/2017/kommentar-die-abkehr-von-freier-und-unabhaengiger-software-in-muenchen-waere-falsch/

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nicht registrierter User


RE: OB: „Eine einheitliche und komplette Umstellung auf Linux war nie möglich“
15.02.2017 13:46

Ein nicht enden wollendes Thema.
Klar, dass sich Vertreter von Open Source auf die Hinterbeine stellen. Und dann die ewige Leier von wegen Personalmangel zu Gunsten der Sklavenverleiher (ohne AÜG-Erlaubnis, jedoch als Berater segelnd)trotz nicht ausgeschöpften Personalreserven der LHM...

Vom erwähnten Gutachten (Ergebnis der externen Begutachtung der IT der LHM-öffentlicher Teil, 129 Seiten) ist nur ein Teil öffentlich zugänglich, wie schon der Titel aussagt.

Von https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Direktorium/IT-Beauftragte
ist auch kaum etwas in Erfahrung zu bringen, wie es übrigens auch unter der bombstischen Überschrift München-transparent Schwärzungen gibt und etliche falsche Links zu nicht existierenden Dokumenten. Vgl. mit Stichtag 14.02.2017 z.B.
https://www.muenchen-transparent.de/dokumente/4262731

Besonders für den dummen Bürger interessant erscheint der Umstand, dass die Rathaus-Telefonzentrale per Dienstanweisung nicht mehr durchstellen darf an involvierte Fachabteilungen. Muenchen-transparent.de wird in Berlin betrieben, wobei man jedoch mit Schwärzungen und nicht zugänglichen Dokumenten nichts zu tun haben will.

Ein wenig erinntert dies an die Münchner Informationsfreiheits-Satzung, auch so ein Leuchtturm, die je nach Referat und nach Lust und Laune in Gutsherrenart vollzogen wird.

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Nkelo





dabei seit: 01.06.2012

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RE: OB: „Eine einheitliche und komplette Umstellung auf Linux war nie möglich“
16.02.2017 23:20

Übervorteilung (Vetternwirtschaft) läßt sich in politischen Entscheidungen nicht verhindern, auch wenn eine konstruierte Verwaltung genau dies verhindern soll, in der Qualität des gleichen Rechts für Jedermann. Menschen entscheiden nicht rein logisch, sondern mit dem Willen im Bauch, auch ein Oberbürgermeister von München.

btw: Warum wird der Artikel nicht als pdf-Datei angeboten? - Weil kopiert von dpa?

edit: Heute geht der Link für pdf. Die Erklärung von Peter Ganten scheint mir plausibel.
* zuletzt geändert von: Nkelo am 18.02.2017 um 05:45 Uhr *

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nicht registrierter User


RE: OB: „Eine einheitliche und komplette Umstellung auf Linux war nie möglich“
18.02.2017 08:44

Alternativer Nicht-mehr-ganz-so-live-Ticker: 2003 entschied sich die Stadt München der Software des Monopolisten Microsoft „Servus“ zu sagen und in Eigenregie eine – zumindest in diesem Maßstab – noch nie dagewesene Alternative zu entwickeln. Zehn Jahre später war die Umstellung auf LiMux, ein eigens auf die Münchner Bedürfnisse umgesetztes Linux-System, abgeschlossen. Dann kam es zu einem Wechsel im Rathaus. Christian Ude ging und der „Microsoft-Freund“ Dieter Reiter übernahm. Kaum war Reiter im Amt, schossen er und sein Koalitionspartner von der CSU substanzlos aber scharf gegen LiMux. Was folgte war ein abgekartetes Spiel: Ein Microsoft nahestehendes Beratungsunternehmen lieferte die Vorlage und SPD und CSU versetzten dem Pinguin den Todesstoß. Gestern beschloss der Stadtrat das endgültige Aus für die freie Software im kommunalen Einsatz. Dieser Entscheid hat jedoch ein Gschmäckle. Erst vor kurzem eröffnete der Münchner OB Reiter die neue Europazentrale von Microsoft im Münchner Stadtteil Schwabing. Welche Vergünstigungen die Münchner Polit-Schickeria sonst noch bekommen hat, ist (noch) unbekannt.

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woksoll





dabei seit: 14.03.2012

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RE: OB: „Eine einheitliche und komplette Umstellung auf Linux war nie möglich“
23.02.2017 09:53

Was folgte war ein abgekartetes Spiel: Ein Microsoft nahestehendes Beratungsunternehmen lieferte die Vorlage und SPD und CSU versetzten dem Pinguin den Todesstoß. Gestern beschloss der Stadtrat das endgültige Aus für die freie Software im kommunalen Einsatz. Dieser Entscheid hat jedoch ein Gschmäckle. Erst vor kurzem eröffnete der Münchner OB Reiter die neue Europazentrale von Microsoft im Münchner Stadtteil Schwabing. Welche Vergünstigungen die Münchner Polit-Schickeria sonst noch bekommen hat, ist (noch) unbekannt.
Süße Verschwörungstheorie. Und so schön einfach für Populisten. Dann muss man sich nicht lange mit Fakten beschäftigen. Und irgendwas bleibt immer hängen, wenn man mit Dreck wirft.
Aber wenn man schon Verschwörungstheorie verbreitet, sollte man es nicht so dümmlich machen wie Donald Trump. Die Fakten passen nicht zur Verschwörungstheorie hier.
„LiMux am Ende? Gespräch von Autor Peter Welchering mit der Münchner Stadträtin Anne Hübner“
http://www.br.de/radio/b5-aktuell/sendungen/computermagazin/podcast-zusatz-b5-das-computermagazin-limux-interview-19022017_x-100.html
Im BR hat Welchering die Münchener Stadträtin Anne Hübner interviewt. Die Dame macht hinsichtlich von IT einen kompetenten Eindruck. Sie hat betont, dass Accenture nicht den Ausstieg von Linux nicht im Gutachten empfohlen hat, sondern dass der Stadtrat ein einziges Client-OS wollte, um die Administration einfach und effizienter zu machen.
Meines Wissens nach geht das in Hamburg mit 30.000 Windows-Clients wesentlich schmerzärmer als in dem Münchener Chaos.
Es ist also großer Unsinn, dass Microsoft nahestehendes Beratungsunternehmen eine Vorlage geliefert hätte. Accenture hatte die Beibehaltung zweier Client-OS empfohlen. Aber der Rat wollte es nicht. Blöd gelaufen, wenn man so einfach der öffentlichen üblen Nachrede überführt werden kann. Wenn ich Betroffener wäre, würde ich prüfen, ob man gegen die Hassprediger mit der üblen Nachrede nicht auch strafrechtlich vorgehen sollte.

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