EU-Kommission verabschiedet Cloud-Strategie

| Redakteur: Manfred Klein

Am europaweiten eGovernment wird in Brüssel noch gebaut
Am europaweiten eGovernment wird in Brüssel noch gebaut (Foto: eGovernment Computing)

Die EU-Kommission hat sich mit ihrer Strategie zu Cloud Computing viel vorgenommen: Bis 2020 sollen durch die Cloud EU-weit etwa 2,5 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen und eine jährliche Steigerung des europäischen Bruttoinlandsprodukts von 160 Milliarden Euro erzielt werden. Als Zugpferd sollen die Öffentlichen Verwaltungen dienen.

Vizepräsidentin Neelie Kroes zur neuen Strategie: „Das Cloud-Computing ändert die Spielregeln in unserer Wirtschaft. Ohne Eingreifen der EU werden wir in starren nationalen Systemen verharren und wirtschaftliche Vorteile in vielfacher Milliardenhöhe verschenken. Wir müssen eine kritische Masse erreichen und brauchen ein einheitliches Regelwerk für ganz Europa. Deshalb müssen wir nun gezielt die vermeintlichen Risiken des Cloud-Computing angehen.“

Vizepräsidentin Viviane Reding erklärte: „Europa muss jetzt ehrgeizig sein. Die Cloud-Strategie wird das Vertrauen in innovative Rechentechnik stärken und einen vom Wettbewerb bestimmten digitalen Binnenmarkt fördern, in dem sich die Europäer sicher fühlen. Dies erfordert nun eine zügige Verabschiedung des von der Kommission zu Anfang des Jahres vorgeschlagenen neuen Datenschutzrahmens und die Ausarbeitung sicherer und fairer Vertragsbedingungen.“

Die geplanten Schlüsselaktionen der Strategie sind:

  • Lichten des Dschungels aus technischen Normen, damit Cloud-Nutzer in den Genuss von Interoperabilität sowie Datenübertragbarkeit und umkehrbarkeit kommen; die notwendigen Normen sollten bis 2013 festgelegt werden;
  • Unterstützung EU-weiter Zertifizierungsprogramme für vertrauenswürdige Cloud-Anbieter;
  • Ausarbeitung sicherer und fairer Muster-Vertragsbedingungen für das Cloud-Computing, einschließlich Leistungsvereinbarungen (SLA);
  • Schaffung einer Europäischen Cloud-Partnerschaft mit den Mitgliedstaaten und der Branche, um die Nachfragemacht des öffentlichen Sektors (20 Prozent aller IT-Ausgaben) nutzbar zu machen; Ziele sind die Gestaltung des europäischen Cloud-Markts, bessere Chancen europäischer Cloud-Anbieter, eine wettbewerbsfähige Größe zu erreichen, sowie die Bereitstellung billigerer und besserer elektronischer Behördendienste.

Die Funktion der Öffentlichen Verwaltungen bei der Schaffung einer europäischen Cloud-Infrastruktur beschreibt das Dokument aus Brüssel so: „Die Behörden spielen eine wichtige Rolle bei der Gestaltung einer vertrauenswürdigen Cloud-Umgebung in Europa. Durch das wirtschaftliche Gewicht ihrer Beschaffungsmaßnahmen im IT-Bereich können sie die Entwicklung und Einführung von Cloud Computing in Europa im Rahmen offener Technologien und sicherer Plattformen fördern.“

Die angekündigte Strategie steht in der Folge des Kommissionsvorschlags von 2012 zur Überarbeitung des Datenschutzrechts und geht einem Vorschlag für eine europäische Strategie zur Cybersicherheit voraus, der in den kommenden Monaten vorgelegt werden soll. Die Ausarbeitung europäischer Cloud-Vorschriften ist eine Voraussetzung für einen einheitlichen digitalen Raum, der einen echten digitalen Binnenmarkt erst ermöglichen wird. Alle diese Maßnahmen bilden zusammen ein umfassendes Konzept zur Schaffung eines dynamischen und vertrauenswürdigen Internet-Umfelds in Europa.

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