eGovernment Monitor 2015

eGovernment: Nutzungszahlen nehmen ab

| Redakteur: Susanne Ehneß

Präsentation des „eGovernment Monitor 2015“: (v. l.) Lena-Sophie Müller, Initiative D21; Robert A. Wieland, Initiative D21/TNS Infratest; Cornelia Rogall-Grothe, Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern und Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik; Staatssekretär Andreas Statzkowski; Robert Zepic, ipima; Prof. Dr. Helmut Krcmar, ipima
Präsentation des „eGovernment Monitor 2015“: (v. l.) Lena-Sophie Müller, Initiative D21; Robert A. Wieland, Initiative D21/TNS Infratest; Cornelia Rogall-Grothe, Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern und Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik; Staatssekretär Andreas Statzkowski; Robert Zepic, ipima; Prof. Dr. Helmut Krcmar, ipima (Bild: BMI)

Geringe Bekanntheit, mangelndes Vertrauen, aber auch wenig Interesse vonseiten der Bürger: eGovernment in Deutschland ist noch immer nicht dort, wo es schon längst sein könnte. Der aktuelle „eGovernment Monitor“ gibt einen Überblick, wie und wo digitale Verwaltungsdienstleistungen hierzulande genutzt werden.

Die Initiative D21 und Ipima haben im Bundesinnenministerium den aktuellen „eGovernment Monitor“ präsentiert. Die Studie gibt einen Überblick über Nutzung und Akzeptanz von eGovernment in Deutschland und den Nachbarländern.

Demnach ist die eGovernment-Nutzung in Deutschland leicht rückläufig. 39 Prozent der deutschen Onliner haben laut Studie in den vergangenen zwölf Monate entsprechende Angebote genutzt, im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 45 Prozent.

Der beliebteste Bürgerdienst ist laut Studie die Fahrplanauskunft für den öffentlichen Nahverkehr, gefolgt von Infos zu Öffnungszeiten und Kontaktdaten. Die Mehrheit der Befragten nutzten dazu Suchmaschinen wie „Google“.

Als größtes Hindernis nannten die Befragten in Deutschland, Österreich, Schweden und der Schweiz die „fehlende Bekanntheit vieler Online-Angebote“. Als förderlich werden eine einfache Bedienbarkeit und medienbruchfreie Angebote aufgeführt. 58 Prozent der Befragten möchten Dienste des digitalen Bürgerkontos gebündelt erhalten und möglichst wenig Aufwand mit Formularen haben.

Forderungen

Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe, Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik, betonte bei der Präsentation der Studie, dass die Ergebnisse keinen Verantwortlichen im eGovernment zufrieden stellen könnten. „Die Befragten der Studie zeigen deutlich auf, wo wir uns hinbewegen müssen. Wir brauchen eine bessere Auffindbarkeit der Angebote, mehr Transparenz in Sachen Datenschutz und Datensicherheit woei mehr durchgehend elektronische Verwaltungsdienstleistungen“, forderte Rogall-Grothe.

Prof. Dr. Helmut Krcmar vom Institut Ipima pflichtete bei: „eGovernment in Deutschland muss als positiv besetzte Marke gestärkt und mit Kontinutität gepflegt werden.“ Die ständige Einführung neuer Begriffe sei dabei mehr schädlich als nützlich. „Die Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen den verschiedenen Akteuren des eGovernment auf Bundes- und Länderebene ist dringend geboten, um die Unsicherheit und Skepsis hinsichtlich des Online-Angebots der Verwaltung in eine positive Erwartungshaltung zu wenden“, so Krcmar weiter.

Auch Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21, sieht Handlungsbedarf: „Wirklich angekommen sind die onlinebasierten Dienstleistungen bei den Adressaten in Deutschland noch nicht“.

Die zentralen Ergebnisse des eGovernment Monitors 2015 finden Sie in unserer Bilderstrecke:

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+1 dem ist wohl kaum etwas hinzuzufügen!  lesen
posted am 05.08.2015 um 08:36 von Unregistriert

Na, da geht aber einiges durcheinander. Der bekannteste und meistgenutzte Bürgerdienst stammt in...  lesen
posted am 04.08.2015 um 15:53 von woksoll


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