eHealth-Gesetz verabschiedet

Digitale Zukunft des Gesundheitssystems

| Autor: Susanne Ehneß

Die eGK: gigantischer Kostenfaktor oder notwendiger Schritt?
Die eGK: gigantischer Kostenfaktor oder notwendiger Schritt? (Bild: Zerbor_Fotolia.com)

Bei der Anhörung zum eHealth-Gesetz waren sich IT- und Gesundheitsexperten einig, dass die Digitalisierung des Gesundheits­wesens vorangebracht werden muss. Doch es gab Differenzen, die auch nach der Verabschiedung noch nicht ausgeräumt sind.

Gleich zu Beginn der Anhörung stellte der Einzelsachverständige Prof. Dr. Friedrich Köhler fest: „Die Digitalisierung der Medizin wird einer der Haupttreiber für medizinischen Fortschritt sein und hat ein, das ist zweifelsfrei, großes Potenzial.“ Gleichzeitig sei es aber wichtig, auch die digitale Medizin Regeln zu unterwerfen.

Sachverständige Prof. Dr. Britta Böckmann begrüßte das Gesetz ebenfalls und hob die Punkte „Notfalldatensatz“ und „Medikationsplan“ hervor.

Die Informationen aus diesen Datensätzen sollten laut Ekkehard Mittelstaedt vom Bundesverband Gesundheits-IT den Patienten zur Verfügung gestellt werden: „Das heißt, ja, wir brauchen die elektronische Patientenakte als sinnvolle Anwendung für den Versicherten, für den Patienten und als Voraussetzung der Akzeptanz der Telematikinfrastruktur von eHealth in Deutschland“.

Datenhoheit

„Der Patient hat bislang noch keine – ich sage es jetzt technisch – Schnittstelle zur Telematikinfrastruktur“, stimmte Norbert Butz von der Bundesärztekammer zu. Der Patient sollte in der Lage sein, zu entscheiden, welchen Behandlern er Informationen über Medikation, Arztbriefe oder Betreuungsvollmachten zur Verfügung stellen wolle. „Er könnte dies über eine ­eigene PIN steuern“, so der Vorschlag von Butz.

Für Ilona Köster-Steinebach vom Verbraucherzentrale-Bundesverband steht und fällt der Nutzen für Patienten mit dem Datenzugang. Ein Datenzugang über eKioske der Krankenkassen entspreche aber nicht dem Stand der Technik.

Ein direkter Datenzugang solle „idealerweise an bereits vorhandenen Systemen anknüpfen, beispielsweise mit der elektronischen Krankenversichertenkarte und einer PIN“. Auch die Anbindung an den nPA sei denkbar.

Damit Patienten ihre eigene Medikationen managen könnten, bräuchten sie laut Prof. Dr. Peter Haas einen inter­operablen Datensatz, der nicht nur einsehbar, sondern auch abrufbar sei. „Damit wird zur Patientensouveränität, zum Selbstmanagement und zum Patienten-Empowerment beigetragen“, erklärte der Sachverständige. Dennoch müsse man auch über Grenzen der Selbstbestimmung sprechen.

Konkretisierungsbedarf ergebe sich laut Dr. Christian Peters im Hinblick auf die „Telematikinfrastruktur als einheitliches und zentrales System“.

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