US-Abgeordnete warnen vor Huawei und ZTE

Chinesische Hintertürchen in deutschen Netzwerken?

| Redakteur: Gerald Viola

BSI: Es wurden keine Geräte von ZET oder Huawei zertifiziert
BSI: Es wurden keine Geräte von ZET oder Huawei zertifiziert (Foto: TrudiDesign - Fotolia.com)

Für den Geheimdienstausschuss im US-Repräsentantenhaus ist die Sache klar: Die Abgeordneten haben die beiden chinesischen Telekommunikationsausrüster Huawei und ZTE als Gefahr für die nationale Sicherheit der USA bezeichnet. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gibt teilweise Entwarnung.

Die US-Abgeordneten befürchten, dass in Kabel- und , die mit Technik dieser Hersteller bestückt sind, gelauscht und spioniert werden könnte. Denn ZTE und Huawei, die die Vorwürfe vehement zurückweisen, stellen Handys her, bauen aber auch Netzwerk-Hardware wie und für Telefon- und Datennetze. Der Bericht des Geheimdienstausschusses enthält auch den Vorwurf, Huawei arbeite für das chinesische Militär: Interne Dokumente deuteten darauf hin, dass das Unternehmen spezielle Netzwerk-Ausrüstung für eine Cyberwar-Elite­einheit der Volksbefreiungsarmee bereitgestellt habe.

In Deutschland sind die beiden Konzerne gut im Geschäft, meldete SPIEGEL online: Sie beteiligten sich am Aufbau des superschnellen LTE-Funknetzes aller deutschen Mobilfunkprovider. Die deutsche Telekom versicherte gegenüber Journalisten, dass sie keine Technik einsetze, die „unseren Sicherheitsanforderungen nicht genügt". Die O2-Muttergesellschaft Telefónica sprach von „eigenen Sicherheitsverfahren zur Überprüfung der Netzkomponenten".

Vodafone wird zitiert, es gebe „weder konkrete Belege für die vorgeworfenen Aktivitäten, noch gibt es seitens des Verfassungsschutzes Erkenntnisse dazu“. In Großbritannien habe Huawei sogar ein Sicherheitszentrum eingerichtet, in dem dortige Behörden die eigenen Komponenten prüfen könnten. Über ein ähnliches Zentrum in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) werde auch hierzulande nachgedacht.

„Das haben wir auch gelesen“, erklärte BSI-Pressesprecher Matthias Gärtner auf Anfrage. „Da wird es wohl ein Update der Meldung geben.“

Und im Bereich Mobilfunk gab er zumindest teilweise Entwarnung. Die Mobiltelefone mit Verschlüsselungstechnik, wie sie zu Tausenden von Regierungsmitgliedern, Bundesnachrichtendienst und Bundespolizei eingesetzt werden, stellten in Deutschland „kein Sicherheitsrisiko“ dar.

Dem BSI habe bisher keiner der beiden chinesischen Herstellern ein Gerät zur Zertifizierung vorgestellt. Für den Einsatz mit hoheitlich eingestuften Inhalten oder Dokumenten bedürften IT-Komponenten darüber hinaus nicht nur eine Zertifizierung, sondern eine Zulassung durch das BSI. Diese Zulassung könne nur von den betroffenen Behörden selbst beantragt werden. Und auch hier sei keine Verwaltung wegen ZTE- oder Huawei-Produkten vorstellig geworden.

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