Rechnungseingangsplattform

Bund und Bremen einigen sich auf Konzept zur eRechnung

| Autor: Manfred Klein

Staatssekretär Klaus Vitt (links) und Staatsrat Henning Lühr stellten auf der CeBIT das gemeinsame Projekt eRechnung vor
Staatssekretär Klaus Vitt (links) und Staatsrat Henning Lühr stellten auf der CeBIT das gemeinsame Projekt eRechnung vor (Bild: © Freie Hansestadt Bremen)

Das Bundesinnenministerium (BMI) und die Freie Hansestadt Bremen haben auf der CeBIT ein gemeinsames Architekturkonzept für eine Rechnungseingangsplattform zur föderalen Umsetzung in Deutschland präsentiert. Das von BMI und Bremen erarbeitete Konzept soll nun schnellstmöglich umgesetzt und in den Arbeitsbetrieb überführt werden. Doch schon gibt es Kritik an dem Projekt.

Dazu erklärte Klaus Vitt, IT-Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik und Staatssekretär im Bundesinnenministerium: „Mit der zentralen Rechnungseingangsplattform wird die elektronische Rechnungsstellung von Unternehmen an öffentliche Auftraggeber in Zukunft unbürokratisch und ohne größeren technischen Aufwandmöglich sein. Damit setzen wir einen Meilenstein für ein durchgängiges eGovernment in Deutschland und entlasten die Unternehmen spürbar.“

Das Architekturkonzept setzt für die Einrichtung der Plattform auf bereits bestehende IT-Komponenten auf. Eine Herangehensweise, mit der Vitt auch schon bei der Digitalisierung des Asylverfahrens Erfolg hatte. Eine wichtige Rolle bei der Umsetzung soll zudem der geplante gemeinsame Portalverbund von Bund und Ländern spielen.

Hans-Henning Lühr, Staatsrat im bremischen Finanzressort, zum Konzept: „Bremen möchte mit diesem Konzept Türöffner für eine einheitliche, übertragbare Lösung für Bund und Länder sein. Wir haben eine Blaupause geschaffen, die von allen öffentlichen Auftraggebern in der Bundesrepublik genutzt werden kann.“

Lühr fügte hinzu: „Von der eRechnung profitieren Verwaltung und private Firmen – beide Seiten sparen Zeit und senken ihre Kosten. Wir haben frühzeitig bei der Entwicklung der eRechnung mit der Handelskammer Bremen und der Handwerkskammer Bremen kooperiert, um die Wirtschaftsbelange von Anfang an zu berücksichtigen.“

Fachlich begleitet wurde die Erstellung des Architekturkonzepts durch die Koordinierungsstelle für IT Standards (KoSIT) in Bremen und die Firma Schütze Consulting AG.

Die Ergebnisse des Konzepts werden darüber hinaus in die Erarbeitung des nationalen Rechnungsstandard XRechnung einfließen, der durch den IT-Planungsrat zukünftig föderal übergreifend zum Standard erklärt werden soll.

„Mit XRechnung werden wir endlich den lange erhofften einheitlichen Rechnungsstandard in Deutschland und damit eine klare Grundlage für den Rechnungsaustausch mit der Wirtschaft schaffen. Durch die sehr produktive und erfolgreiche Zusammenarbeit bei der Konzepterstellung haben wir unter Beweis gestellt, dass eine Zusammenarbeit über föderale Bund-Länder-Strukturen hinaus praktikabel ist und funktioniert. Das bestärkt uns darin auch bei der Implementierung und Erprobung weiter vertrauensvoll und eng zusammenzuarbeiten. Über den IT-Planungsrat werden wir die Übertragbarkeit unserer Ergebnisse auf alle Länder und Kommunen sicherstellen“, bekräftigten Hans-Henning Lühr und Klaus Vitt übereinstimmend.

Das Projekt eRechnung soll nun zunächst im Bund und Bremen, perspektivisch dann auch in den übrigen Bundesländern und Kommunen zum Einsatz kommen. Ganz unumstritten ist das Projekt aber nicht. Vor allem in der ZUGFeRD-Fraktion ist man über den Vorstoß nicht glücklich.

So erklärte Stefan Engel-Flechsig, Leiter des Forums elektronische Rechnung (FeRD) auf Anfrage von eGovernment Computing: „Es ist zu begrüßen, dass sich auch die deutsche Verwaltung mit dem Thema eRechnung auseinandersetzt. Es wäre geboten, dabei auch das Format ZUGFeRD einzubinden und nicht auf ein gänzlich neues Format zu setzen. ZUGFeRD entspricht internationalen Standards, ist einfach zu handhaben und wird von der Wirtschaft und auch der Öffentlichen Verwaltung akzeptiert und eingesetzt.“

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Ich stimme Herrn Schwarz voll zu. Bevor man die öffentlichen Auftraggeber zur Annahme und...  lesen
posted am 30.03.2017 um 09:51 von Unregistriert

Warum wird nicht das ZUGFeRD-Format genutzt ? Warum wird hier ein eigenes Süppchen gekocht...  lesen
posted am 29.03.2017 um 05:07 von Unregistriert


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