Dataport eröffnet zwei neue Datacenter für die Verwaltungs-Cloud

Behörden-IT – Jeder auf seiner Wolke

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

Die Dataport-Zentrale in Hamburg
Die Dataport-Zentrale in Hamburg (Bild: Dataport)

In der Behörden-IT zeichnet sich ein Konzentrationsprozess ab. Alte Verfahren werden aussortiert oder erneuert. Die Änderungen laufen auf Cloud-Fähigkeit hinaus.

Ein 2010 begonnenes Großprojekt hat Dataport gegen Ende vergangenen Jahres abschließen können. In der Nähe des Hamburger Flughafens, in Alsterdorf und Norderstedt, hat der IT-Dienstleister zwei neue Rechenzentren in Betrieb genommen. Hier laufen jetzt IT-Verfahren verschiedener Behörden aus unterschiedlichen Bundesländern.

Das 1-in-2-Rechenzentrum

Dataport hat dafür Flächen in zwei von Akquinet errichteten Rechenzentren angemietet, in denen auch noch andere Unternehmen ihre IT betreiben. Die beiden Dataport-Rechenzentren sind identisch, vollkommen gespiegelt. Beide Standorte sind über eine redundante Hochgeschwindigkeits-Datenanbindung gekoppelt.

Aktuell nutzt Dataport jeweils rund 1.600 Quadratmeter. Auf die verteilen sich rund 480 Server, im Wesentlichen Rack-Server der Typen „x3650“ und „x3850“ sowie Blade-Server „HS22“ von Lenovo. Hinzu kommen SAN- und NAS-Speicher mit einem Volumen von 1.500 Terabyte.

Für die Stromversorgung im Notfall sorgen schwere Schiffsdiesel. Das Gewicht der USV-Batterien beträgt vier mal 43 Tonnen. So genannte Cool-Walls mit jeweils 100 Kilowatt pro Stunde Leistungsaufnahme sorgen für die Klimatisierung in den Server-Räumen. Die Wärmeableitung erfolgt über Freiluft beziehungsweise adiabatische (Verdunstungs-)Kühlung. Für hohe Außentemperaturen gibt es außerdem hoch-skalierbare Quantum-Kältemaschinen.

600 Fachverfahren aus fünf Bundesländern

In diesen Rechenzentren laufen nun redundant rund 600 Verwaltungsverfahren der Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen sowie bisher zwei Verfahren aus Sachsen-Anhalt. Aus diesem Bundesland werden weitere Verfahren hinzukommen, die Dataport derzeit noch in Rechenzentren in Magdeburg und Halle betreibt.

Dem ist ein aufwändiger Prozess von Analysen und softwaretechnischer Änderungen vorausgegangen. Dabei wurden rund 2.000 alte Verfahren untersucht, völlig unnötige aussortiert und alles auf etwa 500 Altlasten reduziert. Die Programme mussten erneuert werden, wobei die Umstellung der IP-Adressen noch die leichteste Übung war. In manchen Fällen mussten bis zu 70 Prozent des Verfahrens verändert, aktualisiert und an eine neue technische Umgebung wie ein anderes Betriebssystem angepasst werden.

Synergie für Zukunftsfähigkeit

Die Änderungen verfolgten dabei zwei Hauptziele: Erstens sollten sie Konsolidierung ermöglichen. Dazu mussten sie virtualisierungsfähig werden, und für einen synergetischen Mehrländerbetrieb ist Mandantenfähigkeit erforderlich. Zweitens mussten die Anwendungen Standardisierungs- und Regelwerken (Compliance) entsprechen, um die notwendige Wartbarkeit und Patch-Fähigkeit sowie Härtungsfähigkeit zu bekommen.

Die verwendeten Betriebssysteme in den neuen Rechenzentren sind Windows Server, die Linux-Derivate Suse, Red Hat und Ubuntu sowie die Unix-Varianten HP-UX und Solaris. Die Virtualisierungstechnik stammt von VMware. Die Rechenzentren sind zertifiziert nach TÜV-IT Level 4 und ISO 27001 auf der Basis von IT-Grundschutz. Dataport verwendet diverse Sicherheitsproceduren und -programme.

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